Die heutigen Indianer

 

Die heutigen Indianer








 
Durch die radikale Amerikanisierung um das Jahr
1880 wurde der Landbesitz einzelner Stämme
aufgelöst und Gebiete in Form von Reservaten neu
umverteilt. Dabei fiel ein Großteil dieser Areale an
Weiße ab und die Indianer selbst lebten unter der
strengen Aufsicht des "Amerikaners" wie
Gefangene. Die Ausübung der Kultur, unter die
auch die Sprache dereinzelnen Stämme fiel, wurde
strikt unterbunden und das Tragen langer Haare
wurde den Männern verboten. Diese Umstände
führten nicht selten zu Aufständen
innerhalb der Reservate. Mit dem Massaker
am "Wounded Knee" jedoch, galt der Widerstand
der indianschen Bevölkerung als gebrochen. [1]




 
Original-Foto vom Massaker am "Wounded Knee". (genealogyreligion.net)


Durch die schlechten Verhältnisse innerhalb der Reservate sahen sich viele Indianer gezwungen der Armee beizutreten, in der Hoffnung einen besseren Lebensstandard zu erlangen. So kam es dazu, dass ca. 12.000 Indianer während des ersten Weltkrieges unter der amerikanischen Flagge dienten. [2]

Aufgrund dieses Verdienstes erlangten die Ureinwohner 1924 die amerikanische Staatsbürgerschaft. [1]

                                                           Portrait von Choktaw-Indianern im WWI
                                                             (http://choctawcodetalkersassociation.com)

Ab 1934 gelangte die traditionelle Kultur der Stämme wieder vermehrt in das Be-
wusstsein. Der "Indian Reorganisation Act" brachte hierbei massive Änderungen
und erlaubte es, die eigene Kultur wieder ausleben zu dürfen. [1] Eine weitere Folge
des Abkommens waren von der Regierung versprochene Gelder, mit denen
12.800 km2 der ursprünglich 364.000 verlorenen Quadratkilometern zurückge-
kauft werden konnten. [3] Das sind also etwas mehr als 3,5%.

   
Innenminister Harold L. Ickes händigt das erste "indianische Grundgesetz"
an Delegierte des Flathead Indianerstammes aus. (Montana 1935)

(enotes.com / LIBRARY OF CONGRESS, PRINTS AND PHOTOGRAPHS DIVISION)


Trotz dieses Vorankommens wurde der "rote Mann" immer noch an der kurzen
Leine gehalten, wenn es um wirtschaftliche Interessen und deren Etablierung ging.
Dies wurde beispielsweise durch Landenteignungen durchgesetzt.
Aufgrunddessen kam 1968 die erste indianisch politische Organisation "American
Indian Movement" ans Tageslicht, die für die Durchsetzung solcher Interessen stand. [4]

Durch lange moralische Apelle an die "Weißen" und die Teilnahme am "American Way
of Life" konnte vereinzelt die Verbesserung der eigenen Lebenssituation erzielt werden.
So erlangten auch einige aus den jungen Generationen erfolgreiche Schulabschlüsse,
konnten sich vor allem in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften behaupten und
wurden zu engagierten Managern ihrer Stämme. [4]

Mit dieser gewonnenen Basis betreiben heute etwa 200 der vorhin genannten 500
anerkannten Stämme Spielcasinos, Vergnügungsparks, Hotelanlagen und Einkaufs-
zentren in den Reservaten. Durch den Erlös, der vor allem aus dem Glücksspiel kommt,
wird der eigene Stamm unterstützt, was an dieser Stelle den ein oder anderen Ge-
schäftsmann verwundern kann. Bei den Ureinwohnern stehen an dieser Stelle soziale
Aspekte klar im Vordergrung; das Wohl des Stammes geht vor, im Gegen-
satz zur Vermehrung des individuellen Wohlstandes. Besonderer Unterstützung gilt
dabei den Krankenhäusern, Schulen und Gesundheitsdiensten im Reservat. [4]



Indianisches Casino mit modernem Innenausbau.
(articles.nydailynews.com / Raedle/Getty/Getty Images)

Doch es herrscht viel Skepsis unter den Indianern, was dieses Wirtschaftsmodell angeht.
Manche Stämme besitzen zudem eine derart ungünstige geographische Lage, dass
sich die Errichtung eines Casinos oder anderer Touristenanlagen finanziell nicht lohnen
würde. Hinzu kommt, dass einige Stämme das Glücksspiel mit ihren Traditionen nicht
vereinbaren können und anderweitig an Geldmittel kommen müssen. So kommt es,
dass etwa die Hälfte der Stämme keinen Anteil am Erfolg sehen. Doch auch die
indianischen Casinobetreiber sehen ihr Tun nur als Mittel zum Zweck, um das Wohl des
Stammes zu fördern. [4]

Die meisten Ureinwohner Nordamerikas verstehen sich selbst als Angehörige ihrer
Stämme und erst lange danach, wenn überhaupt, als Amerikaner. Dieses Gefühl der
Zusammengehörigkeit unter Indianern kommt vor allem bei sog. "Pow Wow - Festen"
zum Tragen. Ursprünglich handelte es sich dabei um ein Tanzfest der Plains-Indianer
(Prärieindianer). Heutzutage dienen diese Feste als unterhaltsame Treffen, sowohl
innerhalb des Stammes, als auch stämmeübergreifend, um unterschiedlichste kulturelle
Aspekte zu teilen. [4] Meist wird dabei in traditionellen Gewanden zu charakteristischer
Pow Wow Musik getanzt.


Pow-Wow Tänzerinnen im charakteristisch bunten Outfit. (powwows.com)


Wir, als Interessengemeinschaft wollen vor allem die langsam untergehende Kultur der
Ureinwohner Nordamerikas wahren und in der Bevölkerung weiterverbreiten.
Wir beschränken uns dabei jedoch auf die Zeit vor 1900 und gehen nur auf Kleidung
und deren Herstellung, Bewaffnung, Musik und Verpflegung ein und schaffen vor
allem Mythen aus dem Weg. Rituelle und religiöse Aspekte werden von uns aus
Gründen des Respekts nicht nachgestellt. Dieser Part ist vielen Indianern heilig, weil es
sich dabei um die letzten kulturellen Erben handelt, die noch nicht vom Weißen Mann
gestohlen und missbraucht wurden.


                                   

"Wir wollen nur überleben und bleiben, wer und was wir sind. Wir wollen nur unsere Lebensweise und Liebe zum Schöpfer unseren Kindern und Enkeln weitergeben können."

Harriet Starleaf Gumbs - Shinnecock Indianer


         
                                                                  
                                                
Quellen:

[1]: http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/voelker/nordamerikanische_indianer/index.jsp
[2]: http://www.history.navy.mil/faqs/faq61-1.htm
[3]: http://de.wikipedia.org/wiki/Indian_Reorganization_Act
[4]: http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/voelker/nordamerikanische_indianer/
        indianer_heute.jsp


Letzter Zugriff am 18.04.2012
Admin-Login
 
Benutzername:
Kennwort:
Folge uns auf facebook!
 
Little News
 
Das Forum der TRP ist für
unsere Mitglieder eröffnet!
Wir wünschen Euch viel Spaß
und angeregte Diskussionen!
HINWEIS
 
Dadurch, dass die Programmierung
parallel im Internet stattfindet,
möchten wir Euch darauf hinweisen,
dass es täglich zu
Umstrukturierungen kommen kann.
Wir danken für Euer Verständnis,

die TRP

Letzte Aktualisierung

30. Januar 2018

Homepage optimiert für Firefox
 
Auf dieser Website haben schon 166218 Besucher (839166 Hits) vorbeigeschaut!